A1234 Museum der Bayerischen Geschichte

A1234 Museum der Bayerischen Geschichte

A1234 Museum der Bayerischen Geschichte

"Ein Haus der Zukunft für die Geschichte der Gegenwart"
Offener Ideen- und Realisierungswettbewerb in Regensburg

Gebäudekonzept und Idee

Ziel des Entwurfs ist es, das Museum der Bayerischen Geschichte als abgelösten, eigenständigen Baukörper ohne Raumkantenbezugnahme ablesbar zu machen und selbstbewusst als landmark an der Donaupromenade zu präsentieren. Das Gebäude ist vom Grundsatz als Gefäß oder Schale zu lesen, deren Inhalt die Bayerische Geschichte darstellt. Dieser Eindruck soll durch den abstrahierten Einsatz einer Motiv-Zinnbecher-Gestaltung an der Fassade unterstrichen werden. Hier soll sich die Bayerische Geschichte mit Bauwerken und Personen unter Einbindung eines zeitgenössischen Künstlers im Relief wiederfinden.

Die ellipsoide Grundform entwickelt sich rampenförmig und vergrößert dabei seinen Durchmesser, wodurch der in der Längsseite wahrnembare maritime geometrische Charakter zudem das Gebäude am Donauufer verorten soll.

Als Erschließungs- und Gebäudekonzept wurde die Spirale als Grundform gewählt, da das Durchschreiten und Erleben der Epochen ohne spürbaren Geschosswechsel ermöglicht werden soll. Die einzelnen Segmente sind beliebig schaltbar. Beim Hochschreiten entlang der Rampe ist es möglich über ein Fensterband stets der Außenraumbezug herzustellen, wobei eine Scheibenbedampfung die Ausstellungsgegenstände schützt. Endpunkt und Ziel der Spirale ist der Himmel der Bayern mit, je nach Ausstellungskonzept, der Möglichkeit der Aufglasung im Dachbereich (s. Darstellung im Grundriss).

Von hier verlässt man über die Aufzüge die Ausstellungoder gönnt sich zuvor in der "Biertheke" über den Dächerns Regensburg ein Erfrischungsgetränk. Diese Gastronomie kann auch außerhalb der Öffnungszeiten über die Aufzüge und den Treppenraum vom Museumsplatz aus erschlossen werden.

Städtebau, Freiraum und Erschließung

Um das Ziel eines freigestellten Baukörpers zu erreichen wurde eine Sockelebene eingeführt, die den Niveausprung von Hunnenplatz zu Donaumarkt ausgleicht. Der neue Museumsplatz liegt somit auf dem Hunnenplatzniveau. Die Sockelebene verbindet unterirdisch das Museum mit dem Verwaltungs- und Archivbau. Dieser verzahnt sich mit der umgebenden Bebauung und bildet die homogene und strukturarme städtische Rückwand, die dem Museumsbau den nötigen Raum lässt. Der Archivbau formt rückseitig hin zum Kolpinghaus einen Vorplatz um auch dem Zugang zum Kolpinggebäude den gebührenden Raum zu geben. Das Ziel der Stadtentwicklungsplanung, den Verkehr durch die Ostengasse zu beruhigen, wird hiermit unterstützt.

Der Verwaltungsbau mit dem auf den Museumsplatz ausgerichteten Restaurant bildet zudem den Rücken für die neue Donaumarktnutzung, sofern ein Rückumzug vom ebenso optimal geeigneten Kornmarkt in Betracht kommt. Das gesamte Museumsgelände ermöglicht durch die Freistellung eine hohe Durchlässigkeit - sämtliche Gassenräume sind öffentlich passierbar.

Das MdBG erreicht man stadtseitig über den großräumigen ellipsoiden Zugang hinab in das Sockelgeschoß. Vom Foyer aus öffnet sich der zweigeschossige Luftraum und gibt den Blick auf die wesentlichen Funktionen und Anbindungen frei. Ein weiterer Zugang mit Anlieferzone befindet sich auf dem Sockelniveau am Museumsplatz an der Rückseite des Hauptgebäudes. Von hier kann auch ein Nachtzugang außerhalb der Öffnungszeiten der Biertheke gewährleistet werden, sowie der barrierefreie Zugang. Erst nach dem Sekundärzugang vom Museumsplatz befindet sich die Kontrollzone zum Dauerausstellungsbereich. Die Sonderausstellung findet im Sockelgeschoss Platz und wird über das Foyer erschlossen. Sie kann auch außerhalb der Öffnungszeiten genutzt und beschickt werden. Der somit oberirdisch gewonnene Raum ermöglicht eine kompakte Nutzung der oberirdischen Gebäude. So kann vom Erwerb der südöstlichen Bebauung Abstand genommen werden.

Allgemeines

Der Bayerische Ministerrat hat 2009 beschlossen, ein neues Staatliche Museum zu errichten, welches die Geschichte Bayerns - insbesondere seine Demokratie- und Kulturgeschichte - mit dem Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert darstellt. Der Arbeitstitel lautet Museum der Bayerischen Geschichte (MdBG). Ziel ist die Eröffnung im Frühjahr des Jubiläumsjahres 2018 (100 Jahre Freistaat Bayern und 200 Jahre Verfassung des Königreichs Bayern).

Es soll "ein Haus der Zukunft für die Geschichte der Gegenwart" werden. Hier erleben die Bayern und ihre Gäste die faszinierende bayerische Geschichte und Kultur - in herausragender Architektur und multimedialer Aufbereitung. Im Mittelpunkt stehen die Menschen in Bayern, die mit ihren Geschichten und Exponaten das neue Haus mitgestalten sollen. Der Auslober erwartet vom Wettbewerb einen Museumsentwurf, der
- sich durch eine hohe Attraktivität sowie durch eine den Museumsbetrieb und das Museumskonzept unterstützende Architektur auszeichnet,
- einen eigenen städtebaulichen Akzent im sensiblen Altstadtkontext setzt und
- energetisch eine beispielhafte Lösung darstellt.

Auslober Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Regensburg
Verfahren offener, einphasiger Realisierungswettbewerb (§3 Abs. 1 RPW)
Leistungsbild LPH 2, Wettbewerbsentwurf
Besonderheiten Städtebauliche Anforderungen, Bauen im denkmalgeschützen Ensemble/ im Bereich des UNESCO Welterbes, Hochwasserschutz, Erschließung

A1224 Panorama-Wohnloft

A1224 Panorama-Wohnloft

A1019 Wohnen am Birkenberg

A1019 Wohnen am Birkenberg