A1541 Realisierungswettbewerb Paul-Gerhardt-Allee

A1541 Realisierungswettbewerb Paul-Gerhardt-Allee

A1541 Realisierungswettbewerb Paul-Gerhardt-Allee

Städtebau und Konzept
Das Zusammenspiel aus hoher baulicher Dichte und städtischem Freibereich generiert eine Eingangssituation, die den Charakter des sich aktuell entwickelnden Stadtteils maßgeblich prägt. Der neue Komplex schafft mit seinem südlichen Wohnturm einen markanten städtebaulichen Hochpunkt, dessen Einflusssphäre weit über das Grundstück hinaus strahlt. Mit dem Quartierplatz eröffnet sich dem Fußgänger eine multifunktionale Freifläche, die einen Ankommenspunkt innerhalb des neuen Stadtteils markiert. Cafe- und Nahversorgungsstrukturen lassen das Grundstück zu einem zentralen Angelpunkt des Quartiers werden.

Das Gebäude gliedert sich in einen horizontalen Sockel und drei vertikal aufstrebende Türme. Der Übergang zwischen öffentlicher und privater Nutzung wird als Fuge mit Dachgartennutzung ausgebildet. Ein deutlicher Farb- und Materialkontrast bricht zum Einen die Gebäudehöhe optisch auf, zum Anderen hebt er die Bedeutung des Dachgartengeschosses für den Entwurf hervor.
Die polygonalen, solitären Aufsätze umfassen dabei die Wohnnutzung, während der Sockel rein der Gewerbenutzung dient.

Gewerbe und Parken
Die vier im Erdgeschoss angeordneten Gewerbeeinheiten werden über eine gemeinsame Eingangshalle erschlossen. Aufzüge, groß genug für Einkaufswagen, verbinden die Shoppingebene mit den unterirdischen Parkgeschossen. Die drei Tiefgaragenebenen umfassen 308 Stellplätze, davon 127 für Gewerbe und 181 für die Wohnnutzung.
Zwei Lastenaufzüge verbinden das Lager im 1. UG mit der Anlieferung. Zur Bespielung des Quartierplatzes wurde an der Südfassade ein Café situiert. Davor öffnet sich die große, teils überdachte Bewirtungsfläche.

Wohnen
Jedes Wohngebäude wird über zwei Eingänge, unabhängig von den Gewerbeeinheiten, erschlossen. Erstens über Zugänge auf Straßenniveau, an denen die Adressbildung sowie die Postanlieferung stattfindet. Zweitens über Entrees auf Höhe des Dachgartengeschosses, welche die Naherholungsflächen direkt an die Wohnnutzung anbinden. Die Wohnungen auf der Dachgartenebene verfügen über einen beträchtlichen Freiraumzugang, welcher als Terrasse oder Gartenflächen ausgebildet werden kann. In den oberen Geschossen schaffen offene Grundrisse und großzügige Fenstersetzungen eine moderne Wohnatmosphäre.
Um die Lärmbelastung innerhalb der Wohnungen zu reduzieren wurde jede Wohnung mit einer verglasten, nicht beheizten Lärmschutzloggia ausgestattet, sowie an allen notwendigen Stellen 2-schalige Lärmschutzfenster vor Ruheräumen positioniert.

Freiraum
Das Freiraumkonzept sieht eine enge Verknüpfung der Architektur mit dem Außenraum vor. Dabei unterscheidet der Entwurf zwischen den halböffentlichen und privaten Bereichen innerhalb des Dachgartengeschosses, sowie dem öffentlichen Quartiersplatz als Entree in das Wohngebiet.
Grundsätzlich beziehen sich die drei Gartenfelder mit unterschiedlichen Schwerpunkten formal auf die Architektursprache und setzen Akzente im Freiraum. Jedes der Felder erhält ein Thema sowie einen Baumhain mit jeweils einer eigenen Baumart.
Die beiden Gartenfelder der Dachgeschossebene bieten einen hohen Aufenthaltswert unter ihrem lichten Baumdach. Das zentrale Feld verspricht ein Ort des Treffens und des Aufenthalts im Garten zu werden. Der Birkenhain, formal angelegte Staudenbereiche und Sitzgelegenheiten schaffen ein lebendiges und abwechslungsreiches Gartenerleben. Das östliche Gartenfeld deckt den Bedarf an Spielmöglichkeiten für Kinder. Ein lichter Hain aus Kupferfelsenbirnen schafft eine spezielle Atmosphäre. Private Vorzonen der Wohnungen werden durch Hecken von der halböffentlichen Nutzung der Dachgeschossebene getrennt.

Zusätzlich zu den Dachgartenflächen auf +6.00m besteht im Entwurf die Möglichkeit die Dachflächen der Wohntürme als durch die Bewohner nutzbare Dachgärten zu aktivieren. Hier ist kollektives Handeln im Sinne eines gemeinschaftlichen Anbaus von Gemüsepflanzen denkbar. Darüber hinaus entsteht Raum für Treffen und Ausblick in die Umgebung.

Quartiersplatz
Der Quartiersplatz vermittelt zwischen dem Wohngebiet und den außerhalb liegenden Stadtgebieten und wird von uns deshalb als Scharnier verstanden. Der Belag orientiert sich formal an der Architektursprache und verleiht dem Platz zusätzlich Identität durch das gewählte Verlegemuster. Das Gartenfeld bietet mit der hainartigen Bepflanzung durch mehrstämmigen Platanen, den Sitzgelegenheiten und dem differenzierten Belag eine hohe Nutzungsqualität im lichten Schatten der Bäume. Die Gastronomie sowie das Fontänenfeld beleben den Platz und versprechen eine hohe Anziehungskraft.

Konstruktion und Material
Die Wohntürme sind als Skelettkonstruktion geplant. Um ein an die jeweilige Nutzung optimal angepasstes statisches System realisieren zu können wechselt das Raster der Stützen zwischen Wohnen und Gewerbe. Eine 1,5m hohe Abfangdecke oberhalb der Gewerbenutzung vermittelt zwischen den Systemgrößen. Die Stützen der Gewerbenutzung laufen von da an durch alle Tiefgaragengeschosse bis zur Gründung.

Ökonomie und Ökologie
Eine mehrschichtige Fassade aus robusten Materialien (Klinker, Glasfaserbetonplatten) garantiert eine lange Haltbarkeit bei gleichzeitig geringen Unterhaltskosten und Pflegeintensität. Rationell gestapelte Grundrisse sichern eine hohe Wirtschaftlichkeit.
Eine kompakte Gebäudeform, leistungsstarke Dämmstoffe, spezielle Isolierverglasung sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit optionaler Wärmerückgewinnung lassen die Gebäude eine Energiestandard von min. KfW 70 erreichen.

 

Auslober Münchenbau Bauträger GmbH, Paul-Gerhard-Allee GmbH&Co.KG, Wohnbau Pasing GmbH&Co.KG
Leistungsbild LPH 1-3
Planungszeitraum 2015
Ausführungszeitraum
Status
3. Preis
Visualisierung GMS Vision

 

A1529 "Das Degginger" Kultur- und Kreativzentrum

A1529 "Das Degginger" Kultur- und Kreativzentrum

3. Preis beim Realisierungswettbewerb „Paul-Gerhardt-Allee"

3. Preis beim Realisierungswettbewerb „Paul-Gerhardt-Allee"