Stadttheater Landshut - Realisierungswettbewerb

Stadttheater Landshut - Realisierungswettbewerb

Realisierungswettbewerb zur Generalsanierung und Erweiterung des Stadttheater Landshut
Aulober: Stadt Landshut
Kooperationspartner: Robert Gutowski Architects, Budapest www.gutowski.hu

Städtebau

Der Neubau des Stadttheaters fügt die Bernlochnersäle und das alte Stadttheater zu einer geschlossenen Blockrandbebauung zusammen. Einzelne Gebäudeteile zeichnen sich funktional, geometrisch ab und gliedern so die Bebauung. Die Nahtstellen an die bestehende Bebauung werden in Höhe und Dimension aufgenommen und in den Neubau überführt.

Erschließung

Die Haupterschließung bleibt entlang der Isarpromenade im Neubau. Sowohl vom Parkplatz der Grieserwiese als auch dem Mühlenhausparkhaus ist die Isarpromenade die Haupterschließungsrichtung. Besucher die das Karstadt-Parkhaus nutzen oder über ÖPNV kommen, führt ein mit Stelen beleuchteter Weg südlich des Neubaus am neu angelegten Theaterpark hin zum Haupteingang. Die fußläufige Engstelle vom Ländtorplatz über die Wittstrasse bleibt demnach der internen Erschließung für KfZ und LKW vorbehalten.

Der Vorbereich des Eingangs ist großzügig mit Pflasterbelag definiert und mit außengastronomischer Nutzung aufgewertet. Der großzügige Eingang erschließt das Hauptfoyer, es ist aber auch möglich über einen zweiten Eingang ausschließlich die Studiobühne zu bedienen und das „Große Haus“ samt Foyer abzutrennen.

Das „Große Haus“ wird über eine offene Treppenanlage samt Aufzug erschlossen. An den Treppenenden wird Ausblick auf Zehrplatz und Burg Trausnitz inszeniert. Zur Entfluchtung des Unter- und Oberrags führt eine einläufige Treppenanlage in den südlichen Garten ins Freie.

Die Erschließung der Studiobühne führt ebenso einläufig in die Ränge zudem kann die Garderobe separat oder bei Überfüllung der Hauptgarderobe über das ehem. Foyer barrierefrei genutzt werden. Von dort aus sind auch die Toiletten der Studiobühne erreichbar sowie ein Aufgang zu den historischen Gewölbekellern, die auch temporär für Event-Gastronomie genutzt werden können. Insgesamt ist jede Nutzfläche über einen Aufzug und Rampen barrierefrei erschloßen.

Vom Anlieferhof aus können die Gebäude intern bedient werden. Schauspielerzugang und Anlieferung ist von der Wittstraße aus organisiert.

Funktionale Zusammenhänge

Im Innenhof der Anlieferung können die 12m langen LKW´s wenden und vorwärts wieder das Grundstück verlassen. Die Anlieferung kann vom Innenhof her die Lastenaufzüge der Bestandsgebäude und des Restaurants sowie den des Neubaus andocken. Grundsätzliche Lagerfunktionen sind im Erdgeschoß untergebracht, Lagerflächen im Untergeschoß und die Hauptbühne können über den Lastenaufzug und Hebebühnen bedient werden. Da die Hauptbühne (GH), die Nebenbühnen, Probebühnen und die Studiobühne (SB) auf gleicher Höhe liegen ist Transport und Umbau auf kurzen Wegen ohne Niveau-Unterschiede lösbar.

Neubau Großes Haus:

In den Neubau des großen Hauses sind vor allem die Funktionen untergebracht, die in Verbindung mit der täglichen Nutzung der großen Bühne stehen. Im Neubau sind die großflächigen Räume, die Künstlerräume, die notwendigen Lagerflächen, Technikflächen und Werkstätte geplant. Die große Probebühne im Versatz der hinteren Bühne vorgesehen. Als Funktional notwendig wird die Unterbringung Künstler auf einer Ebene mit der Bühne gesehen. Auch die notwendigen, für die tägliche Nutzung vorgesehenen Funktionen befindet sich in der Nähe der Bühne.

Im Kellergeschoss zur Wittstrasse befindet sich die komplette Lüftungs- und Haustechnik.

Mehrfachnutzung der Gastronomie

Die Bar / Bistro im Altbestand kann abgetrennt und separat außerhalb der Theatergeschäftsszeiten genutzt werden.

Die Gewölbe in der Brauerei sind optional vom alten Foyer aus öffentlich nutzbar. Diese können in Doppelnutzung mit der Kantine und der Vorbereitungsküche auch mit externen gastronomischen oder kulturellen Veranstaltungen wie Ritteressen, Lesungen etc. bespielt werden.

Fassade und Material

Die Materialität der Fassade reduziert sich auf den Einsatz von ortstypisch gebranntem Ziegel und reduziert eingesetzten Glasflächen.

Ausblicke sind im Foyer und Galerie pointiert auf Zehrplatz und Burg Trausnitz gesetzt. Dort wo Ausblick und Lichteinfall gewünscht ist, verläuft der Ziegel perforiert vor einer thermisch getrennten Glasfassade. Bei Nacht kommt das Innere schemenhaft zur Geltung und zeigt Leben im Schauspielhaus an.

Aussenraum

Ein großformatiger Steinbelag soll Aussenraum-Wegeflächen, insbesondere den Vorplatz inklusive Isarpromenade bekleiden. Dieser Belag wird auf den öffentlichen Innenraum Flächen im Erdgeschoss wiederholt. So entsteh eine homogene Innenraum-Aussenraum Beziehung. Die Bushaltestelle wird Richtung angrenzendem Theaterpark verlegt und schließt den dem Theater zugeordneten introvertierten Naturraum ab. Der neue Belag stellt flächig die Barrierefreiheit der leicht differierenden Höhenniveaus über kontrollierte Rampen her.

Die Isarprommenade muss im Eingangsbereich bis auf die Isarkante erweitert werden um einen großzügigen Vorbereich zu schaffen. Die Bäume können bei Bedarf erhalten werden, stören aber die Einsehbarkeit des Neubaus und Eingangs von der gegenüberliegenden Uferseite.

Brandschutz und Barrierefreiheit

Insgesamt wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt die unterschiedlichen Höhenniveaus im Erdgeschoss über Rampen oder Erhöhungen barrierefrei auszugleichen. Aus sämtlichen Nutzflächen werden zwei bauliche Rettungswege angeboten. Darüber hinaus können bei Bedarf die Fenster zur Entfluchtung herangezogen werden. Die Passage im Erdgeschoss mit den historischen Gewöbekellern wird in einer F90-Befensterung ausgebildet, so dass ein Flüchten hindurch im Brandfalle ermöglicht wird.

Bauabschnitte und Teilnutzung

Aufgrund der angespannten Kostensituation im Haushalt der Stadt Landshut kann die Sanierung der Altsubstanz mit Studiotheater vorgezogen werden. Funktional ist diese Spielstätte nach der ersten Baumaßnahme betriebsfähig. Der zweite Bauabschnitt kann in der Folge realisiert werden.


A1413 Wohnhaus in Friedberg - Preisträger "Besser bauen im Wittelsbacher Land"

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